Das Frauenbild der 1920er Jahre. Zwischen Femme fatale und Broterwerb

Mit Werken aus der Sammlung Brabant von Karl Hofer, Georg Tappert, Otto Dix, Max Pechstein, Alexej von Jawlensky u.a.
Georg Tappert, Zwei Mädchen im Profil, 1918, Öl auf Leinwand, 66 x 63 cm, Sammlung Brabant © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Georg Tappert, Zwei Mädchen im Profil, 1918, Öl auf Leinwand, 66 x 63 cm, Sammlung Brabant © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Der Abschluss des Jahresprogramms 2019 in der KUNSTHALLE „Talstrasse“ reflektiert einen überwiegend männlichen Blick auf die Frauen und ist ein weiterer Beitrag zum Bauhaus 100-Jubiläum.

 

 

Die Sammlung des Wiesbadener Geschäftsmanns Frank Brabant gilt mit über 600 Werken namhafter Künstlerinnen und Künstler als eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Klassischen Moderne in Deutschland.  Teil dieser Sammlung sind zahlreiche Frauenbildnisse aus den 1920er Jahren, die im Zentrum der im Rahmen des Jubiläums Bauhaus 100 gezeigten Ausstellung stehen. Arbeiten von Emil Nolde, Alexej von Jawlensky, Erich Borchert, Ernst Ludwig Kirchner, Christian Schad, Richard Ziegler, Rudolf Schlichter, Elfriede Lohse-Wächtler oder Otto Möller legen ein wichtiges Zeugnis vom widersprüchlichen und kontroversen Frauenbild ab und thematisieren auf eindrucksvolle Weise die unterschiedlichen Rollen der Frauen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne jener Jahre. Das Spektrum der ausgestellten Werke reicht von der betont sachlichen und realistischen Darstellung bis hin zu Idealisierungen und Idolisierungen.

 

 

Zeitgleich im Kabinett der KUNSTHALLE

Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky

Mit ihrem bahnbrechenden Entwurf des Prototyps der ersten modernen Einbauküche hat Margarete Schütte-Lihotzky maßgeblich den täglichen Arbeitsbereich vieler Frauen beeinflusst. Dieser völlig neuartige und „moderne“ Arbeitsraum soll in bewusstem Bruch in den Dialog mit den bildkünstlerischen Auseinandersetzungen der Sammlung Brabant treten.