Führung mit Olaf Martens durch die Ausstellung Bodytopia/Zone Ost am Samstag, 8. Juni um 15 Uhr Dank der freundlichen Unterstützung der Stiftung Saalesparkasse ist der Eintritt für die aktuelle Ausstellung für Jugendliche, Auszubildende und Studierende bis zum Alter von 25 Jahren kostenlos!

Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen

Malerei, Grafik, Plastik

Das Jahr 2019 rückt die Frauenbewegung erneut in den gesellschaftlichen Blick. Anhand aktueller Debatten um die Gender Paygap oder vor allem auch die #MeToo-Debatte wird deutlich, dass der Weg zur vollen Gleichstellung von Mann und Frau längst noch nicht zu Ende gegangen ist, in Deutschland begann dieser vor weit mehr als 100 Jahren. Ein Meilenstein war in diesem Zusammenhang die Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik im Jahr 1919. Dieses Jubiläum ist der Kunsthalle “Talstrasse“ Anlass, dem Thema „Frau“ im kunsthistorischen Kontext des 20. Jahrhunderts eine Ausstellung zu widmen.

Das Frauenbild in der westlichen Kultur bediente sich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts fast ausschließlich gängigen Klischees, die über Jahrhunderte in einer von Männern bestimmten Welt entwickelt und überliefert worden sind. Insbesondere bildende Künstler ließen ihren Phantasien über das Weibliche freien Lauf und übersetzten sie in Stereotypen wie die Gottesmutter Maria, Venus, Mutter oder Verführerin. So finden sich in ihren Werken ehrfürchtige Jungfrauen neben wollüstigen Nymphen, sittsame Hausfrauen neben bösartigen Furien – bis weit in das 20. Jahrhundert hinein! Den durch gesellschaftliche Strukturen sanktionierten Männerphantasien standen lange Zeit nur wenige Bildfindungen von Künstlerinnen gegenüber. Diesem Thema wird sich ab November 2019 unsere Ausstellung „Das Frauenbild in den 1920er Jahren –Zwischen Femme Fatale und Broterwerb“ widmen, wobei wir Werke der Klassischen Moderne aus der Sammlung Frank Brabant vorstellen.

Die Ausstellung „Die schaffende Galatea. Frauen sehen Frauen“ richtet den Blick ausschließlich auf Kunstwerke weiblicher Autorenschaft. Exemplarisch soll gezeigt werden, wie sich Frauen bzw. Künstlerinnen aus ihrer Rolle als Objekt herauslösen und zum Subjekt erheben: die ehemals Posierende wird selbst zur Schöpferin. Im Fokus der Ausstellung steht dabei die Fragestellung, ob es in der bildenden Kunst so etwas wie einen spezifisch „weiblichen Blick“ der Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts auf ihr eigenes Geschlecht gibt. Fokussiert und zugespitzt wird diese Hypothese, wenn der Gegenstand der künstlerischen Darstellung selbst eine Frau, eine Frauengruppe oder ein, von einer weiblichen Protagonistin dominiertes Geschehen ist.

Es wird ein Bogen von der Klassischen Moderne bis hin zu Positionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschlagen und Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Gabriele Münter ebenso einezogen wie Sarah Haffner und Cornelia Schleime.

Zeitgleich im Kabinett: „Frauen-Schönheit-Schicht. Fotografien von Barbara Köppe“   

Foto: Dodo, Ende der Narrenzeit, 1929, Gouache über Bleistift auf Karton, Krümmer Fine Art