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Hermann Bachmann | Gisela Bachmann

Malerei – Grafik – Plastik

Zu dieser Ausstellung erschien ein Katalog

Hermann Bachmann | Gisela Bachmann

Hermann Bachmann wurde vor 80 Jahren in Halle (Saale) geboren. Hier verbrachte er seine Jugend, Profilierte sich zu einem herausragenden Maler und lernte seine Frau, die Bildhauerin Gisela Ruffert, kennen. Beide gehörten hier zu einem eng befreundeten, prominenten Künstlerkreis. Der Galerist Eduard Henning ermöglichte Hermann Bachmann schon in Halle wichtige Einzelausstellungen, der Galerist Rudolf Springer dann in Berlin. Nachdem die Familie Bachmann 1953 nach West-Berlin übersiedelt war, wurde das zweite Kind geboren. Gisela Bachmann entschied sich konsequent für das Familienleben. Ihre künstlerische Arbeit geriet dadurch viele Jahre lang in den Hintergrund. Seit den 1990 Jahren widmet sie sich nun erneut mit ganzer Kraft ihrem künstlerischen Schaffen. Innerhalb weniger Jahre wuchs ein in sich stimmig plastisches Werk,  das im Kunstverein “Talstrasse” e.V. erstmals ausgestellt werden kann. Das Œuvre von Hermann Bachmann entstand dagegen über einen sehr langen Zeitraum. Seine ersten Bilder wurden schon 1939 ausgestellt. Seine letzten Arbeiten entstanden 1994, nur wenige Monate vor seinem Todesjahr. Obwohl seinem Gesamtschaffen repräsentative Ausstellungen und Kataloge sowohl in Berlin als auch in Halle gewidmet worden sind, ist es noch längst nicht in allen Facetten bekannt. Diese Ausstellung im Kunstverein “Talstrasse” zeigt deshalb ausgewählte Bilder vom großen bis zum kleinen Format, mit denen die Plastiken von Gisela Bachmann besonders eng korrespondieren und die zum Großteil noch nicht in der Öffentlichkeit  präsentiert worden sind. Die Ausstellung konzentriert sich auf zwei ikonografische Motive, die Hermann Bachmann zu originellen Bildfindungen entwickelt hat: Aus der Sitzfigur entstand sein “Nachtsitzer” und aus der Frau mit Spiegel entstanden seine “Spiegelfrau” und “Idololatrie”. Die Sitzfigur und die “Idololatrie” thematisiert auch Gisela Bachmann in ihrem Werk. Die blockhafte und statische Auffassung des “Nachtsitzers” lassen dagegen erahnen, welche Anregungen Hermann Bachmann wiederum aus der Bildhauerei empfangen hat. Die Gemeinsame Ausstellung mit Bildern von Hermann Bachmann und Plastiken von Gisela Bachmann setzt den eindringlichen Dialog fort, den das Künstlerpaar, gemeinsam auch mit Bildhauer- und Malerfreunden in Halle, Berlin und schließlich in Karlsruhe fünf Jahrzehnte lang geführt hat.

Dorit Litt