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Hermann Bachmann, Mareile Kitzel, Gerhard Lichtenfeld, Werner Rataiczyk, Willi Sitte, Hannes H. Wagner

Hermann Bachmann, Hütten,1948, Öl auf Karton aufgezogene Pappe, Privatsammlung
Hermann Bachmann, Hütten,1948, Öl auf Karton aufgezogene Pappe, Privatsammlung
Willi Sitte, Frauenraub,1957, Öl auf Karton, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Werner Rataiczyk, Totenklage, Sidi Chalifa, 1960, Öl auf Harfaser, 122x152cm © VG-Bild-Kunst, Bonn 2021
Mareile Kitzel, Gips, Privatsammlung
Hannes H. Wagner, Bildnis des Bruders, 1957, Öl auf Hartfaser, Privatsammlung © VG-Bild-Kunst, Bonn 2021
Gerhard Lichtenfeld, Akt, Bronze, Privatsammlung

Grenzerfahrungen. Hommage zum Hundertsten

Die 100. Geburtstage der Maler Hermann Bachmann, Werner Rataiczyk, Willi Sitte und Hannes H. Wagner sowie der Bildhauerin Mareile Kitzel und des Bildhauers Gerhard Lichtenfeld in den Jahren 2021/2022 veranlassen den Kunstverein “Talstrasse“ zu einer besonderen Hommage. Die sechs Künstler*innen, die in den Nachkriegsjahren ihre Wirkungsstätte in Halle an der Saale fanden, prägten mit ihren künstlerischen Auffassungen wesentlich das kulturelle Klima der Saalestadt, die in den 1950er Jahren massiv in die Kritik der SED-Kulturpolitik geraten war. Es war eine Zeit, in der die damals jungen Maler und Bildhauer*innen – inspiriert von der Klassischen Moderne – in ihrem Schaffen große Nähe zueinander entwickelten. Diese frühen Nachkriegsjahre waren für die Künstler*innen eine Zeit der Selbstfindung und der Experimente. Doch diese offenen und kreativen Jahre währten nicht lange. Wellenartig kam es zu Diskussionen um Realismus und Formalismus. Während Hermann Bachmann und Mareile Kitzel Halle verließen, um im anderen Teil Deutschlands ihre künstlerische Arbeit unter freien Bedingungen weiterzuentwickeln, schafften sich Werner Rataiczyk, Hannes Wagner und Gerhard Lichtenfeld künstlerische Freiräume in einem immer totalitärer werdenden System. Willi Sitte, der sich noch bis Ende der 1950er Jahre mit seinen Parteigenossen heftige Dispute über seine Arbeit lieferte, wird in einem langsamen Prozess zum Repräsentanten des offiziellen Kunst- und Kultursystems der DDR.

Sechs Künstlerbiografien, die in den frühen Nachkriegsjahren trotz ausgeprägter Individualitäten große Nähe aufweisen.