Die Vernissage findet Dienstag, 28. April 2026, 19 Uhr statt.
Als im Jahr 1920 ganz Berlin mit expressionistischen Filmplakaten geschmückt war, auf denen die kryptische Aufforderung „Du musst Caligari werden“ zu lesen war, wurden Kunst und Leben tatsächlich vereint und mit dem Film Das Kabinett des Dr. Caligari ein expressionistisches Gesamtkunstwerk erschaffen. Der Deutsche Filmexpressionismus der 1920er Jahre hat also letztlich das eingelöst, was die expressionistischen Malerinnen und Maler fünfzehn Jahre zuvor begonnen hatten.
Die Stadt Halle und insbesondere das heutige Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) damals unter der Leitung von Max Sauerlandt, spielte eine bedeutende Rolle in der frühen Auseinandersetzung mit dem Expressionismus. 1924 vermittelte Sauerlandt, der bereits nach Hamburg gewechselt war, der Moritzburg 24 expressionistischen Werken aus der Sammlung von Ludwig und Rosy Fischer. Ab Frühjahr 1925 waren diese Werke im Kuppelsaal des Museums zu sehen. Damit rückten Halle und die Moritzburg in die erste Reihe der deutschen Kunstmuseen der Moderne. Der Expressionismus als kulturrevolutionäre Bewegung wollte Kunst und Leben vereinen, die Trennung der Künste aufheben und das Ideal des Gesamtkunstwerks verwirklichen. So ist es ist naheliegend, beide Kunstformen gegenüberzustellen und die engen Beziehungen und Verknüpfungen zu beleuchten.
In einer gemeinsamen Präsentation von Malerei, Grafik und Film zeigt die Ausstellung, wie tief der frühe deutsche Film der Weimarer Zeit von der expressionistischen Geisteshaltung durchdrungen war, insbesondere in seiner inhaltlichen Einflussnahme. Entlang zentraler Themen wie Aufbruch und Bruch, Traum und Trauma sowie Form und Deformation werden die künstlerischen Fragestellungen gegenübergestellt. 110 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen von ca. 44 bildenden Künstlern und Künstlerinnen, wie auch Filmstills und -sequenzen bedeutender filmischer Werke des Expressionismus, erschaffen ein Kaleidoskop des bis heute uns bewegenden Expressionismus in Kunst und Film.
Programm der Eröffnung:
Grussworte:
Rainer Robra
Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Dr. Alexander Vogt
Oberbürgermeister der Stadt (Halle)
Einführung in das Thema:
Maximilian Letze
Institut für Kulturaustausch, Tübingen
Musik
Alban Berg: Vier Stücke für Klarinette und Klavier, op. 5, 1913
Anja Stark, Klarinette und Dirk Fischbeck, Klavier
Eintritt inklusive Ausstellungsbesuch 8,- € / ermäßigt 6,- € (für Jugendliche und Studenten) Frei für Mitglieder des Kunstvereins “Talstrasse” e.V. und Studierende der BURG und des Instituts für Kunstgeschichte der MLU
Auf Grund der begrenzten Platzkapazität wird um Anmeldung bis zum 24. April 2026 an info@kunstverein-talstrasse.de gebeten
Wir senden Ihnen hierbei eine Rechnung als PDF zu und verschicken die Karten nach Zahlungseingang per Post (zzgl. 1 € Versand der Karten)
Bitte vergessen Sie nicht, uns Ihre Adresse mitzuteilen.