30. September 2025
Rudolf von Bünau († 09.03.1505)
Die Messingplatte zeigt Rudolf von Bünau, Domherr im Naumburger Dom, als Transi. Seine Gestalt erscheint als Skelett in betender Haltung vor einem Wandteppich. Diese Form der Darstellung verweist auf das Vanitas-Motiv, das im Totengedächtnis des späten Mittelalters den Gedanken der Vergänglichkeit hervorhebt. Der Abrieb überliefert die Figur gemeinsam mit mehreren Inschriften, die die theologische Deutung des Todes in Schriftform entfalten.
Inschriften:
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Id quod sum, tu eris – „Das, was ich bin, wirst du sein.“
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Quod tu es, ego fui – „Was du bist, das war ich einst.“
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Sola homines faciunt acta ut post fata supersint… – „Nur die Menschen vollbringen Taten, damit sie nach dem Tod fortbestehen.“
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Anno Domini 1505 nona die Marcii obiit venerabilis vir dominus Rudolfus de Bünau huius ecclesiae canonicus, cuius anima requiescat in pace – „Im Jahre des Herrn 1505, am 9. März, starb der ehrwürdige Mann, Herr Rudolf von Bünau, Stiftsherr dieser Kirche. Seine Seele ruhe in Frieden.“
Die Platte wurde bei einer Restaurierung in späterer Zeit unvollständig zusammengesetzt.