Die Künstlerinnen Gudrun Petersdorff und Annette Schröter studierten Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre Malerei und Grafik an der Leipziger Kunstakademie, der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Beide in der Fachklasse von Prof. Bernhard Heisig. Bis heute sind sie ungebrochen aktiv im Atelier und gehören zu den wenigen Frauen dieser Generation welche noch sehr oft ausstellen regional, deutschlandweit und international. Unabhängig voneinander haben sie vor ein paar Jahren das Thema „Kleingärten“ für sich entdeckt.
Als sie jung waren, gehörte das Phänomen Kleingarten nicht unbedingt zu ihren Interessen und galt als kleinbürgerliches Relikt. Insbesondere in urbanen Räumen erfährt der Kleingarten eine neue Wertschätzung als individuell gestalteter Naturraum, sozialer Begegnungsort und Rückzugsraum. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den künstlerischen Arbeiten beider Künstlerinnen wider. Urspünglich in Leipzig enstanden, ist der sogenannte „Schrebergarten“, dessen Bezeichnung auf den Leipziger Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber zurückgeht, seit Jahrzehnten in ganz Deutschland verbreitet. Insbesondere am Rande von Großstädten verortet, erlebt er derzeit eine Renaissance und einen ständig wachsenden Beliebtheitsgrad.

Gudrun Petersdorff, Klein Versailles. Leipzig- Großzschocher, 2007, Öl auf Leinwand