Rosemarie Rataiczyk: Als Rosemarie Rataiczyk im Dezember 2025 im Alter von fast 96 Jahren stirbt hinterlässt die Künstlerin ein eindrückliches Werk, welches stark durch Ihre langjährige Auseinandersetzung mit dem Bildteppich
geprägt ist, aber auch hunderte Arbeiten der Malerei und Grafik. Ihr Lebenswerk ist gekennzeichnet durch eine bewusste, enge Anbindung an die Kunst der klassischen Moderne vor 1933, Thematisch sind ihr melancholische Sujets, Landschaften, Stillleben, Porträts und Interieurs eigen, die von einer speziellen Malkultur und einem bewussten Widerpart zum nach dem
Zweiten Weltkrieg in SBZ und DDR kulturpolitisch geforderten Sozialistischen Realismus geprägt ist.
Rosemarie Rataiczyks Werk ist genuiner Bestandteil der Halleschen Schule, wie sie im engeren Sinn zwischen 1945 und 1960 in der Saalestadt bestand. Sie ist gekennzeichnet
durch eine bewusste, enge Anbindung an die Kunst der klassischen Moderne vor 1933, die von den in Halle (Saale) an der Burg Giebichenstein und in ihrem Umfeld wirkenden
Künstlerinnen und Künstlern entwickelt wurde. Thematisch sind ihr melancholische Sujets, Landschaften, Stillleben, Porträts und Interieurs eigen, die von einer speziellen Malkultur und
einem bewussten Widerpart zum nach dem Zweiten Weltkrieg in SBZ und DDR kulturpolitisch geforderten Sozialistischen Realismus geprägt ist. Eine besondere Handwerklichkeit kennzeichnet zudem die Werke dieser Künstlerinnen und Künstlern, was ebenso für das Œuvre Rosemarie Rataiczyks gilt. Eine Besonderheit stellt motivisch ihre enge Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt Halle (Saale) dar, was sich über alle Schaffensjahrzehnte hinweg in allen von ihr genutzten Techniken ausdrückt. Gemeinsam mit ihrem Mann Werner Rataiczyk baute sie sich eine freie Künstlerexistenz auf, die den vielfältigen Anfechtungen der stets im Wandel begriffenen Kulturpolitik der DDR widerstand. Auf diese Weise entstanden seit den 1950er Jahren über 100 grafische Werke (Zeichnungen, Holzschnitte, Lithografien) sowie mehr als 400 Werke der Malerei in Öl sowie in Aquarell und Gouache. Gesundheits- und altersbedingt entstehen seit 2016 kaum mehr
Arbeiten, sodass das Œuvre im Prinzip als abgeschlossen gelten kann. Hinzu kommen über 80 textilkünstlerische Werke, von denen nach eigenen Entwürfen ca. 25 Arbeiten entstanden.
Das im Rahmen des Projekts zu dokumentierende Gesamtwerk beläuft sich somit auf mehr als 600 Positionen.