Ausstellung bis 06.04.2026 verlängert. ~~~~~Ausstellung bis 06.04.2026 verlängert.~~~~~

Ossians Gesänge

Kurt Wendlandt (19171998)
aus der Serie Ossians-Gesänge
, 1972-­1975,
Lichtgrafiken, Silbergelatine, 115 x 100 cm,
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Die Lichtgrafiken Kurt Wendlandts aus der Serie Ossians Gesänge knüpfen an die Rezeption von James Macpherson der angeblich keltischen Dichtungen eines keltischen Kriegerbarden aus dem 3. Jahrhundert. Die Abenteuer der Titelfiguren erfuhren im 18. Jahrhundert europaweit Begeisterung. Vor allem Goethes Werther verlieh dem Werk literarische Autorität, während Napoleon es als ständigen Begleiter pries. Obwohl sich die Texte bald als Fälschungen erkannt herausstellten, inspirierten sie Generationen von Dichtern, von Klopstock, Lenz und Bürger über Hölderlin und Heine bis hin zu Hesse und Roth. Auch in der bildenden Kunst, Musik und Fotografie wurden Ossians mythische Welt aufgegriffen. In der deutschsprachigen Tradition wirkten besonders die Übersetzungen von Johann Nepomuk Denis prägend, die Ossians Heldenepos mit antiken und germanischen Mythen verbanden. Wendlands Arbeiten stehen in dieser langen Kette der künstlerischen Aneignung, die den „Ossian“ bis in die Gegenwart lebendig hält.